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Due-Diligence-Checkliste mit 20 Pruefpunkten fuer die Anbieterbewertung in Kompensationsprojekten
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Recht 24. März 2026 10 Min Lesezeit

Due Diligence fuer Kompensationsanbieter: 20 Pruefpunkte fuer Projekttraeger

KR
KOI.Green Redaktion

Die Auswahl eines Kompensationsanbieters ist eine Risikoentscheidung mit langfristiger Wirkung. Ein gutes Pitch-Deck oder ein attraktiver Preis reichen fuer belastbare Vergabeentscheidungen nicht aus.

Projekttraeger brauchen dafuer eine Due-Diligence-Struktur, die sich in die uebergeordneten Fragen rund um Kosten und Vertraege einordnet und fachliche, vertragliche sowie operative Steuerbarkeit gemeinsam bewertet.

Warum Due Diligence in diesem Segment anders ist

In Kompensationsprojekten geht es nicht nur um Leistungserbringung, sondern auch um Nachweisfaehigkeit ueber den Projektverlauf (BNatSchG Paragrafen 15, 17). Deshalb muss die Anbieterpruefung mehr leisten als ein klassischer Preis- und Referenzvergleich.

Kernfrage: Kann der Anbieter unter realen Bedingungen zuverlaessig liefern und dokumentieren?

Die 20 Pruefpunkte fuer Projekttraeger

A) Fachliche Leistungsfaehigkeit (1-5)

  1. Ist der Leistungsumfang klar und nachvollziehbar beschrieben?
  2. Sind Rollen und Schnittstellen im Umsetzungsteam eindeutig?
  3. Liegen belastbare Projektbeispiele fuer vergleichbare Kontexte vor?
  4. Ist der Umgang mit Aenderungen im Projektverlauf definiert?
  5. Sind Qualitaetskriterien pro Leistungspaket transparent?

B) Vertrags- und Haftungslogik (6-10)

  1. Sind Erfolgskriterien mit Abnahmelogik konsistent (BGB Paragraf 640)?
  2. Sind Maengel- und Nachbesserungswege klar geregelt (BGB Paragrafen 633, 634)?
  3. Ist die Leistung als geschuldeter Erfolg oder als Bemuehen praezise eingeordnet?
  4. Sind Fristen, Mitwirkungspflichten und Eskalationspfade eindeutig?
  5. Sind Folgen bei Pflichtverletzungen transparent geregelt (BGB Paragraf 280)?

C) Operative Steuerbarkeit (11-15)

  1. Gibt es ein klares SLA-Set mit Reaktions- und Bearbeitungszeiten?
  2. Sind KPI und Reportingtakte verbindlich festgelegt?
  3. Ist die Dokumentationsstruktur prueffaehig und wiederholbar?
  4. Sind Uebergabepunkte an Einkauf, PMO und Fachseite definiert?
  5. Ist der Startprozess nach Zuschlag konkret geplant?

D) Risiko- und Resilienzprofil (16-20)

  1. Wie wird mit Terminverzug umgegangen?
  2. Wie werden qualitative Abweichungen frueh erkannt?
  3. Gibt es eine belastbare Vertretungs- und Kapazitaetslogik?
  4. Ist die Preislogik bei Scope-Aenderungen nachvollziehbar?
  5. Sind Annahmen, Ausschluesse und Grenzen offen dokumentiert?

Bewertungsmethodik: So wird aus Checkpunkten eine Entscheidung

Bewaehrt hat sich eine gewichtete Matrix:

  • Fachliche Leistungsfaehigkeit: 30 Prozent
  • Vertrags- und Haftungslogik: 30 Prozent
  • Operative Steuerbarkeit: 25 Prozent
  • Risiko- und Resilienzprofil: 15 Prozent

Die Gewichte sollten vor Angebotsvergleich festgelegt werden, damit die Entscheidung konsistent bleibt.

Typische Fehler bei der Anbieterpruefung

  • starke Gewichtung auf Preis bei schwacher Vertragsqualitaet
  • fehlende Testfrage zu Reporting- und Nachweisfaehigkeit
  • Bewertung ohne dokumentierte Gewichtung
  • Due Diligence erst nach Vergabe statt vor Entscheidung

Fazit

Due Diligence fuer Kompensationsanbieter ist keine Formalitaet, sondern ein aktiver Risikohebel. Wer Anbieter entlang von Leistungsfaehigkeit, Vertragslogik und operativer Steuerbarkeit bewertet, reduziert spaetere Kosten- und Terminprobleme deutlich.

KOI unterstuetzt bei der Strukturierung von Anbieterpruefungen, damit Vergabeentscheidungen fachlich und wirtschaftlich tragfaehig bleiben.